Zahnlexikon - M

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Malignität = häufig im Zusammenhang mit Krebserkrankungen verwendeter Begriff. Maligne Tumoren sind bösartig im Sinne von fortschreitend, zerstörerisch und tödlich. Im Gegensatz dazu sind benigne Tumoren gutartig, bedürfen entweder keiner Behandlung, oder sind chirurgisch ohne weitere lebensbedrohliche Folgen zu entfernen - Benignität.

Kreisstadt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen. Marburg liegt am Ufer des Flusses Lahn und hat etwa 80.000 Einwohner.
1138 - Erste urkundliche Erwähnung als "Marcburg"
1222 - Marburg wird erstmals urkundlich als Stadt erwähnt.
1527 - Gründung der ersten protestantischen Universität durch Landgraf Philipp.
1890 - Erweiterung der Medizinischen Fakultät um das Königlich-Zahnärztliche Universitäts-Institut, aus dem später das Medizinische Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Philipps-Universität hervorging. Die Marburger Zahnklinik ist eines der traditionsreichsten zahnärztlichen Universitätsinstitute in Deutschland.

Marburger Doppelkrone = Besonders zahnschonende Sonderform der Teleskopkrone. Bei der Marburger Doppelkrone wird als Halteelement z.B. ein Federbolzen verwendet, der in gewissem Umfang eine Beweglichkeit des herausnehmbaren Teiles gewährleistet. Die Marburger Doppelkrone wurde an der Universitäts-Zahnklinik Marburg in der Abteilung für Zahnärztliche Propädeutik und Kiefer-, Gesichtsprothetik entwickelt.

mesial = Richtungs- und Flächenbezeichnung, zur Mittellinie des Kiefers hin gerichtet, die Fläche eines Zahnes, die näher zur Mitte hin gelegen ist, bei zwei Zähnen der vordere von beiden.

Milchzähne / Milchgebiss = die ersten Zähne des Kleinkindes, deren Durchbruch in der Regel im Alter von 6 Monaten beginnt und im Alter von 2,5 - 3 Jahren beendet ist. Das komplett ausgebildete Milchgebiss (1. Dentition) umfasst 20 Milchzähne, und hat im Gegensatz zum bleibenden Gebiss nur 4 Molaren (Milchmolaren) und weder Prämolaren noch Weisheitszähne.

Die Entwicklungsstufen des Milchgebisses

Ab dem 6. Lebensjahr beginnt der Austausch der Milchzähne gegen die bleibenden Zähne (2. Dentition). Der Zahnwechsel ist zwischen dem 12. und dem 14. Lebensjahr - mit Ausnahme der Weisheitszähne - beendet.

Milchzähne sind weit weniger widerstandsfähig gegenüber Karies als die Bleibenden. Der Schmelz ist dünner, die Pulpenkammer (Hohlraum, in dem sich der Nerv befindet) ist sehr groß. Ist ein Milchzahn erst einmal kariös, schreitet die Zerstörung sehr schnell voran und erreicht bald den Nerv. Auf Grund ihrer ungünstigen Form und der großen Pulpa, sind Milchzahnfüllungen schwieriger zu legen und nicht so haltbar wie Füllungen an bleibenden Zähnen. Dass Kinder beim Zahnarzt oft ängstlich und aufgeregt sind, trägt auch nicht unbedingt zu einem guten Ergebnis bei.

Die Endodontie (Wurzelbehandlung) an Milchzähnen stellt den Kinderzahnarzt vor eine große Herausforderung, und eine erfolgreiche "Endo" ist dort eher unwahrscheinlich, obwohl die Kinderzahnheilkunde auch auf in der Endodontologie in den letzten Jahrzehnten gute Fortschritte gemacht hat.

Modellguss / Modellgussprothese / Einstückguss-Prothese = Teilprothese, deren Metallbasis und Klammern in einem Stück aus einer Chrom-Cobalt-Molybdän- oder, in selteneren Fällen, Edelmetall-Legierung gegossen wird. Das Verfahren ist recht kompliziert, setzt sehr sorgfältiges Arbeiten sowohl des Zahnarztes als auch des Zahntechnikers voraus und führt bei Erfüllung dieser Voraussetzung zu sehr präzisen und stabilen Prothesengerüsten. Bei weniger genauen Passungen können die Zähne, an denen die Klammern sitzen, geschädigt werden – im schlimmsten Fall bis zum Verlust.

Mit der Modellgussprothese verfügen Zahnärzte über eine kostengünstige Zahnersatz-Lösung, für Behandlungsfälle, bei denen eine festsitzende Versorgung mit Brücken oder Implantaten nicht möglich ist. Die kosmetisch ästhetischen Ergebnisse sind fast immer dürftig, da die Klammern sichtbar sind. Abgesehen davon ist die Modellgussprothese eine ordentliche und stabile Versorgung.

Molaren = Die großen Backenzähne, von der Mittellinie gezählt die Zähne Nr. 6, 7 und 8.

Mukogingivalchirurgie / Mucogingivalchirurgie = Teilgebiet der zahnärztlichen Chirurgie (Oralchirurgie, Kieferchirurgie), welches sich mit den chirurgischen Eingriffen an Zahnfleisch und Schleimhäuten befasst. Mukoginigvale Operationen dienen z.B. der Verbesserung des Prothesenlagers oder der Verbreiterung der Gingiva propria (Vestibulumplastik), oder korrigieren anatomische Fehlentwicklungen (Entfernung des Lippenbändchens - Frenektomie). Kosmetische mucogingivale Verfahren zur Deckung freiliegender Zahnhälse sind oft nicht besonders erfolgreich. Die meisten vom Zahnarzt durchgeführten parodontalchirurgischen Operationen wie z.B. die Gingivektomie oder die Gingivoplastik gehören zur Mukogingivalchirurgie.

Mundkrebs = Sammelbegriff für bösartige (maligne) Tumoren (Gewebewucherungen) an Lippen, Mundschleimhäuten, Rachenmandeln, Speicheldrüsen, Kieferknochen etc. Wie alle malignen Tumoren zeichnen sie sich durch ungebremstes, infiltrierendes Wachstum in das umgebende gesunde Gewebe aus, bilden auf dem Blutweg oder über die Lymphgefäße Metastasen in anderen Körperregionen und führen, wenn sie unbehandelt bleiben, zum Tode.

Die Entstehung von Mundkrebs Erkrankungen wird durch Rauchen und Alkohol gefördert. Besonders gefährlich ist eine Kombination von beiden im Zusammenhang mit einer Vernachlässigung der Mundhygiene, Parodontitis und unbehandelten kariösen Zahndefekten. Mechanische Reizfaktoren wie permanente Druckstellen und Kanten an Zahnersatz, sowie schlechte Füllungen scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen. Krebserkrankungen der Mundhöhle kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen, allerdings scheint sich der Vorsprung zu verringern. Bei Jugendlichen ist die Tendenz steigend.

Wie bei allen Krebserkrankungen ist auch bei den malignen Tumoren der Mundhöhle die Früherkennung von größter Bedeutung und kann lebensrettend sein. Routinemäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen sind praktisch die einzige Gelegenheit, bei der die Mundhöhle in kurzen Abständen regelmäßig und gründlich untersucht wird. Deshalb kommt ihnen bei der Krebsvorsorge eine besonders wichtige Bedeutung zu. Patienten sollten bei dieser Gelegenheit ihren Zahnarzt auf alle Veränderungen, die sie bemerkt haben, aufmerksam machen, auch wenn sie nicht vermuten, dass diese in seinen Kompetenzbereich fallen. Zahnärzte sind bestens für die Krebsfrüherkennung in ihrem Arbeitsbereich und angrenzenden Bereichen ausgebildet.

Mundschutz / Zahnschutz / Sportmundschutz = Gerät zum Schutz von Zähnen, Zahnfleisch, Lippen, Kieferknochen, Kiefergelenken und Zahnersatz vor den Folgen meist sportbedingter Unfälle. Der Mundschutz bedeckt die Zähne und/oder den Kieferknochen und den Gaumen, er besteht aus mehr oder weniger weichem Kunststoff und absorbiert bzw. verteilt die bei Stößen und Schlägen auf Knochen und Weichteile wirkenden Kräfte, so dass sie dort keinen Schaden anrichten, bzw. die Schäden in Grenzen gehalten werden. Zahnärzte empfehlen das Tragen eines Mundschutzes ist bei allen Sportarten, die ein entsprechendes Risiko aufweisen, auch wenn das Risiko gering erscheint.

Verschiedene Arten von Mund- oder Zahnschutz:

  • Konfektionierter Mundschutz, kann fertig "von der Stange" billig gekauft werden, ist nicht individuell anpassbar und hat nur eine geringe Schutzwirkung.
  • Vorgefertigter, thermoplastischer Mundschutz. Dieser Mundschutz kann im erhitzten Zustand durch Aufbeißen angepasst werden und behält nach dem Abkühlen seine Form. Die Schutzwirkung ist meist brauchbar, der Preis günstig.
  • Individuell angepasster Mundschutz. Dieser wird nach vom Zahnarzt angefertigten Abdrücken von Ober- und Unterkiefer im zahntechnischen Labor hergestellt. Er bietet die beste Schutzwirkung und behindert weder die Atmung noch die Sprache. Der relativ hohe Preis ist im Vergleich mit den durch Verletzungen entstehenden Kosten zu vernachlässigen, ganz zu schweigen von den Schmerzen und der oft dauerhaften Einschränkung der Lebensqualität, die Zahn-, Mund- und Kieferverletzungen verursachen können.

Myoarthropathie / Kraniomandibuläre Dysfunktion = übergeordneter zahnärztlicher Fachbegriff für eine ganze Reihe von Krankheitsbildern (Syndromen) und Störungen, die sich auf das Stomatognathe System beziehen. Dazu gehören Kiefergelenksbeschwerden, Verspannungen und teils heftige Schmerzen in der Kaumuskulatur. Die Störungen können entzündliche, degenerative, oder auch psychische Ursachen haben und wirken oft bis in entferntere Körperregionen wie Hals- und Nackenmuskulatur oder aber auch auf den gesamten Wirbelsäulenbereich und das Gesicht.

siehe auch:
Stomatognathes System |
aktualisiert vor 12 Tagen, am 10.11.2017 - 22:38.