Zahnlexikon - K

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Karies = Entkalkung und Zerstörung der Zahnhartsubstanzen (Schmelz und Dentin) durch Säuren, die beim Abbau von Zucker durch Bakterien im Zahnbelag entstehen. Karies kann durch konsequente Mundhygiene und gesunde Ernährung vollständig verhindert werden. Einmal entstandene Schäden (Zahnlöcher) müssen vom Zahnarzt mit einer Füllung oder Krone "repariert" werden.

Kariesrezidiv = unter einer Füllung oder Krone verbliebene Karies, die bei der Behandlung nicht vollständig entfernt wurde. Das Kariesrezidiv ist, anders als die Sekundärkaries, meist nicht mit dem bloßen Auge sondern nur durch eine Röntgenaufnahme zu erkennen. Aufgrund der oft sehr späten Erkennung ist das Kariesrezidiv oft sehr ausgedehnt und eine häufige Ursache für Zahnverlust

siehe auch:
Karies | Sekundärkaries |

Kassenpatient / Kassenpatientin = Bezeichnung für Patienten, die einer Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) angehören. Etwa 87% aller Patienten in Deutschland sind Kassenpatienten. Sie haben gegenüber ihrer Krankenkasse einen Anspruch auf medizinische Sachleistungen.

siehe auch:
BEMA |

Keramik = Sammelbegriff für anorganische, nichtmetallische Werkstoffe, die aufgrund ihrer Gewebefreundlichkeit (Biokompatibilität) in der Zahnmedizin für Zahnersatz, Füllungen und gelegentlich auch für Implantate verwendet werden. Weitere Eigenschaften, die diese Materialien ideal für zahnmedizinische Verwendungszwecke machen, sind:

  • Natürliches, zahnähnliches Aussehen
  • Praktisch unbegrenzte ästhetische Anpassungsmöglichkeiten
  • Optische Eigenschaften - die Lichtbrechung entspricht der des natürlichen Zahnschmelzes.
  • Absolute Farbbeständigkeit - Keramik nimmt keinerlei Farbstoffe aus der Nahrung auf.
  • Hohe Festigkeit gegen Abrieb - keine Abrasionen (Abnutzung) durch den Kauvorgang oder aggressive Putztechniken.
  • Vollkommene Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Einflüssen.
  • Dauerhaft glatte Oberflächen mit – geringe Plaque Anhaftung und gute Reinigungsmöglichkeit.
  • Vollkommene allergische Unbedenklichkeit.
  • Geringste thermische Leitfähigkeit – die Zähne werden durch Keramik Restaurationen nicht temperaturempfindlich.

Metallkronen und -Brücken können durch Verblendung mit Keramikmassen ästhetisch ansprechend gestaltet werden. Noch bessere, wenn nicht perfekte, kosmetische Ergebnisse kann der Zahnarzt in Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker durch Ganzkeramikkronen oder -Brücken erzielen. Bei herausnehmbarem Zahnersatz können fabrikmäßig gefertigte Keramikzähne (Porzellanzähne) verwendet werden.

Für Patienten, die metallische Werkstoffe strikt ablehnen, ist Keramik die Alternative für Titan Implantate und Metallkeramik Kronen- und Brücken.

Kieferchirurgie = Kurzbezeichnung für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie (MKG, auch Kranio-Maxillo-Faziale Chirurgie). Sie umfasst die Zahnärztliche Chirurgie, die Oralchirurgie und darüber hinaus auch die große Chirurgie im Kopf- und Halsbereich z.B. Tumoroperationen sowie Schönheitsoperationen und die ästhetische Rehabilitation von Verletzungen und Fehlbildungen. Der Facharzt für MKG-Chirurgie ist Arzt und Zahnarzt und absolviert einen komplettes Studium der Zahnheilkunde und der Humanmedizin und im Anschluss daran eine 5jährige Facharztausbildung. Für die Ablegung der Facharztprüfung muss der Kieferchirurg die Doppelapprobation als Arzt und Zahnarzt besitzen.

Kieferklemme = Blockade eines oder beider Kiefergelenke, meist verursacht durch eine Entzündung der das Gelenk umgebenden Weichgewebe. Bei einer Kieferklemme ist die Mundöffnung mehr oder weniger eingeschränkt oder ganz unmöglich. Die häufigste Ursache für eine Kieferklemme sind Entzündungen beim erschwerten Durchbruch der unteren Weisheitszähne (Dentitio difficilis) oder postoperative Entzündungen nach einer chirurgischen Weisheitszahnentfernung (Osteotomie).

In den meisten Fällen erfolgt die Einschränkung der Mundöffnung durch eine schmerzbedingte reflektorische Abwehrspannung der Kaumuskulatur. Deshalb kann eine Kieferklemme durch Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) in vielen Fällen ausgeschaltet werden.

Die Kieferklemme und ihre Ursachen können nur vom Zahnarzt erfolgreich behandelt werden. Bei einer von einem Weisheitszahn verursachten Kieferklemme ist die Entfernung des verantwortlichen Weisheitszahnes das Mittel der Wahl. Nach der Beseitigung der Ursache, kann es sinnvoll sein, die Wiederherstellung einer ausreichenden Mundöffnung durch Dehnübungen zu beschleunigen. Kieferklemmen aufgrund anderer Ursachen, z.B. einer Entzündung des Gelenkes selbst, sind eher selten.

Kieferorthopädie = ein eigenständiges Fachgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Erforschung, Verhütung, Erkennung und Behandlung von Kiefer- und Zahnfehlstellungen beschäftigt.

Kieferorthopäde = Facharzt für Kieferorthopädie. Im Anschluss an das normale Zahnmedizinstudium absolviert der Kieferorthopäde bzw. Facharzt für Kieferorthopädie eine Facharztausbildung, die aus einem 4 Jahre dauernden Ausbildungsabschnitt an der Universität und einer anschließenden 2 jährigen Tätigkeit in einer freien kieferorthopädischen Praxis besteht. Zum Abschluss erfolgt die kieferorthopädische Facharztprüfung und die sogenannte Ermächtigung, die zur Ausübung der Kieferorthopädie berechtigt. Die Ermächtigung eines niedergelassenen Zahnarztes zur fachspezifischen Weiterbildung setzt voraus, dass er seine Tätigkeit grundsätzlich auf das Fachgebiet der Kieferorthopädie beschränkt.

Die Kieferorthopädie hat sich von der Zahnkorrektur mit einfachen herausnehmbaren Apparaturen zu einer komplexen Wissenschaft mit vielfältigen Behandlungsmethoden einschließlich festsitzender und unsichtbarer Apparaturen bis hin zu kieferchirurgischen Verfahren entwickelt. Diese werden jedoch nicht von Kieferorthopäden sondern nur von Kieferchirurgen durchgeführt.

Kiefersperre = Blockade des Kiefergelenkes in geöffneter Position die es unmöglich macht, den Mund vollständig zu schließen. Die Ursache ist meist eine Luxation (Ausrenkung) oder eine Subluxation (unvollständige Ausrenkung) des Kiefergelenkes. Dabei rutscht das Gelenkköpfchen des Kiefergelenkes aus der Gelenkpfanne.

Die Kiefersperre tritt oft infolge eines Unfalles auf, besonders bei einem Kieferbruch, kann aber auch schon durch eine extrem weite Mundöffnung z.B. beim heftigen Gähnen ausgelöst werden. Ein ausgerenktes Kiefergelenk kann man in der Regel nicht selbst wieder einrenken, so dass umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden sollte. Zahnärzte kennen den sog. Hippokrates-Handgriff zum Reponieren ("Einrenken") des Unterkiefers. Dabei wird durch Druck auf die Kauflächen der hinteren Unterkiefer Backenzähne (Molaren) nach unten und hinten unter gleichzeitiger Rotation das Gelenk wieder in seine korrekte Position gebracht.

Nach einer Kiefersperre sollte eine Zeit lang jede übermäßig weite Mundöffnung vermieden werden.

siehe auch:
Kieferklemme | Molaren |

Kinderzahnheilkunde / Kinder- und Jugendzahnheilkunde = spezieller Teilbereich innerhalb der Zahnheilkunde. Die Kinderzahnheilkunde beinhaltet alle Maßnahmen zur Förderung der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen mit besonderem Schwerpunkt auf der Prävention (Vorbeugung) von Zahnerkrankungen. Zur Vorbeugung gehören u.a. die Motivation sowohl der Kinder als auch der Erziehungsberechtigten zu einer auf die kindlichen Bedürfnisse abgestimmten Mundhygiene, prophylaktische Maßnahmen wie die Fluoridierung, Fissurenversiegelung, Ernährungsberatung, sowie die Diagnose und kieferorthopädische Behandlung frühkindlicher Zahnfehlstellungen.

Kinder sind nicht kleine Erwachsene, die der Zahnarzt mit denselben Behandlungskonzepten und Methoden behandeln kann wie Erwachsene, und Milchzähne sind nicht einfach klein geratene bleibende Zähne, sondern unterscheiden sich von ihnen anatomisch ganz erheblich. Außerdem spielen in der Kinderzahnmedizin psychologische Aspekte und die geistige Entwicklung des Kindes eine ganze entscheidende Rolle. Der Kinderzahnarzt muss in besonders hohem Maß geduldig und belastbar sein.

Kinderzahnärzte und Jugendzahnärzte sind Zahnärzte, die sich auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert haben. Eine spezielle Ausbildung ist nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert. Zumindest sollte der Kinderzahnarzt sich durch entsprechende Fortbildungen für diese Herausforderung fit machen. Die Kinderbehandlung sollte nicht während der üblichen Sprechstunden stattfinden. Hier bieten sich z.B. besondere Nachmittagssprechstunden nur für Kinder außerhalb der regulären Sprechzeiten an, während derer der Zahnarzt und seine Mitarbeiterinnen sich ungestört den kleinen Patienten widmen können.

Seit 2004 können sich Zahnärzte in einer dreijährigen Ausbildung zum Spezialisten für Kinderzahnheilkunde und Jugendzahnheilkunde weiterbilden.

Nach der "Lehre" der Kinesiologie existieren im menschlichen Körper "Energie-Systeme", die manipuliert und balanciert werden können, "damit er lernt, zu seinem gesamten Potential, zu seinen intellektuellen, emotionalen, physischen und energetischen Quellen Zugang zu haben und diese auch zu nutzen ..." (Zitat aus http://www.bik.ch/). Die angebliche Wirkungsweise der Kinesiologie ist wissenschaftlich weder nachvollziehbar noch gibt es ernst zu nehmende Hinweise auf eine Wirksamkeit, die über den normalen Placebo Effekt hinaus geht.

Die Kinesiologie gehört zum Standard Repertoire der Heilpraktiker und anderer paramedizinisch tätiger Laien. Aber auch "alternative" oder "ganzheitliche" Zahnärzte behaupten, mit der Kinesiologie Materialunverträglichkeiten feststellen zu können. Zu diesem Zweck lassen sie ihre Patienten verschiedene Materialproben (z. B. Füllungsmaterialien) in den Händen halten, wobei diese nicht wissen, in welcher Hand sich was befindet. Dann drücken sie von oben auf die ausgestreckten Arme. Der Arm, in dessen Hand sich das schädliche Material befindet, lässt sich dabei leicht niederdrücken, während der mit dem "guten" Material größeren Widerstand leistet. Dass das "gute" Material immer auch das teurere ist, versteht sich von selbst.

Nach der Wirkungsgweise der Kinesiologie gefragt, verweist der "ganzheitliche" Zahnarzt gern auf seine mühsam erworbenen Kenntnisse der Naturzahnheilkunde, der Erfahrungsmedizin und anderer alternativer "Lehren". Eine wissenschaftlich nachvollziehbare Theorie bleibt er jedoch schuldig, schließlich zeichnen sich die alternativmedizinischen Methoden durch größtmögliche Wissenschaftsferne aus.

Klebebrücke / Adhäsivbrücke / Maryland Brücke = festsitzender Zahnersatz in der Regel zum Ersatz von nicht mehr als einem Frontzahn bei gesunden Nachbarzähnen, wenn ein Implantat z.B. wegen des jugendlichen Alters des Patienten nicht möglich ist. Für eine Klebebrücke müssen die der Lücke benachbarten Zähne nicht oder nur sehr geringfügig beschliffen und auch nicht überkront werden. Stattdessen wird die Brücke adhäsiv mit Spezialkunststoffen an den Nachbarzähnen festgeklebt. Wird später eine Implantatversorgung der Lücke gewünscht, kann die Klebebrücke entfernt werden, ohne dass beschädigte Zähne zurückbleiben. Im Seitenzahnbereich und bei Bruxismus sollten Klebebrücken nicht angewendet werden, da die Art ihrer Befestigung starken Krafteinwirkungen nicht gewachsen ist. Wegen ihrer eingeschränkten Verwendbarkeit, und der geringen Belastbarkeit haben sich Klebebrücken nicht als Standardversorgung durchsetzen können. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur bei Patienten zwischen 14 und 20 Jahren bezuschusst, wenn die Pfeilerzähne karies- und füllungsfrei sind und nur ein Zahn ersetzt werden muss.

Knirscherschiene / Aufbissschiene = herausnehmbare, temporäre, meist durchsichtige vom Zahnarzt oder Zahntechniker gefertigte Kunststoff "Schiene", die im Ober- oder Unterkiefer getragen wird und an die Kauflächen des Gegenkiefers angepasst ist. Zweck der Knirscherschiene ist die Reduzierung oder Beseitigung von Parafunktionen (meist nächtliches Knirschen und/oder Pressen) sowie eine mechanische Schutzfunktion.

Die Ursachen für Parafunktionen sind meist unbekannt; die Vermutungen gehen von Störungen im Zusammenspiel der Kauflächenreliefs über psychologische Stressfaktoren bis hin zu oft abstrusen alternativ "medizinischen" Vorstellungen, die z.B. von Zusammenhängen zwischen Bruxismus und Beckenschiefstand ausgehen.

Zum Teil ebenso unbekannt ist der Wirkungsmechanismus der Knirscherschiene, man vermutet jedoch, dass das Unterbrechen altgewohnter Kontaktmuster zwischen den Zähnen auch den unbewussten Drang zur Ausführung von Parafunktionen unterbricht. Ungeachtet der nicht völlig geklärten Wirkungsweise kann man jedoch oft feststellen, dass Patienten durch das Tragen einer Aufbissschiene, eine deutliche Besserung oder sogar das Verschwinden ihrer Probleme beobachten.

Unbestritten ist, dass eine Aufbissschiene die Zähne vor mechanischer Abnutzung durch Parafunktionen schützt und die Belastung einzelner Zähne und damit die Gefahr parodontaler Schäden deutlich reduziert.

siehe auch:
Abrasion | Bruxismus | Parafunktionen |

Knochenersatz / Knochenersatzmaterial = Künstliche oder biologische Materialien, welche in Knochendefekte eingebracht werden und den dort fehlenden Knochen ersetzen oder den vorhandenen Knochen zu regenerativem Wachstum anregen können.

In der Implantologie und der zahnärztlichen Prothetik ist Knochenmangel ein oft auftretendes Problem. Sowohl für Zahnimplantate als auch für konventionellen herausnehmbaren Zahnersatz ist ein ausreichendes Knochenangebot unabdingbar. Wenn, z.B. wegen einer Atrophie, Kieferknochen nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, kann er durch körpereigenen (autologen) Knochen, durch aus Blutkonserven gewonnenes (homologes) Knochenersatzmaterial, durch tierisches (heterologes) Knochenmaterial, oder durch künstliches (synthetisches / alloplastisches) Knochenersatzmaterial wieder aufgebaut oder zu regenerativem Wachstum angeregt werden.

Durch die Verwendung von Knochenersatzmaterial während Zahnextraktionen oder größeren chirurgischen Eingriffen können Zahnärzte den bei diesen Behandlungen oft unvermeidlichen Knochenverlust sofort kompensieren. Besonders die als Implantologen und Parodontologen tätigen Zahnärzte schätzen Knochenersatzmaterial als eine wertvolle und nützliche Bereicherung ihres Behandlungsspektrums.

Komposite / Komposit / Composite = Aus Kunststoffen gefertigte, zahnfarbene Zahnfüllungen mit sehr unterschiedlichen Zusammensetzungen, Verarbeitungsmethoden und Konsistenzen. Sie bestehen grundsätzlich aus einem plastischen Kunststoffmaterial welches meist unter dem Einfluss von Licht eines bestimmte Frequenzspektrums aushärtet, und anorganischen Füllstoffen, die der fertigen Füllung eine gewisse Härte, Festigkeit und Abrasionsbeständigkeit (Widerstand gegen Abnutzung) verleihen. Voraussetzung für qualitativ hochwertige Kompositfüllungen ist die Anwendung der Säure-Ätztechnik. Die Kompositfüllungen haben, verstärkt durch die Amalgamfurcht, begonnen das Amalgam immer mehr zu verdrängen, können es jedoch zur Zeit nicht ganz ersetzen, da sie auf Grund der schwierigen Verarbeitung und des hohen Materialpreises von den gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur zum Teil bezahlt werden. Die Haltbarkeit von Komposit-Füllungen ist im besten Fall ähnlich der des Amalgams (wenn die Füllung nicht zu groß ist), meist liegt sie darunter. Ihr größter Vorteil sind die guten ästhetischen Eigenschaften - wenn sie gut gemacht sind, sind sie praktisch unsichtbar.

Konkremente = sehr harte, dunkel gefärbte, dem Zahnstein ähnliche Zahnbeläge, die in der Tiefe von Zahnfleischtaschen (subgingival) auf der Wurzeloberfläche haften. Konkremente entstehen, wie der Zahnstein auch, durch die Mineralisation bakterieller Zahnbeläge (Plaque), die nicht rechtzeitig entfernt werden. Die dunkle Färbung, ist auf die Einlagerung von Blutfarbstoffen zurückzuführen. Konkremente haften auf den Wurzeloberflächen wesentlich fester als Zahnstein, und sind daher schwerer zu entfernen. Die Konkremententfernung ist eine der wichtigsten Vorbeuge- und Behandlungsmaßnahmen bei Parodontitis; sie wird hauptsächlich mit Ultraschallgeräten durchgeführt.

Konservierende Zahnheilkunde = Zahnerhaltungskunde, Kons, das zahnmedizinische Fachgebiet, welches sich mit der Erhaltung der Zähne befasst. Zur Konservierenden Zahnheilkunde gehören die Prophylaxe (Vorbeugung), die Füllungstherapie und streng genommen auch die Versorgung tief zerstörter Zähne mit Kronen, obwohl dies abrechnungstechnisch der Prothetik (Zahnersatzkunde) zugeordnet ist. Die Parodontologie wird oft auch als Teilgebiet der Konservierenden Zahnheilkunde betrachtet, ist aber in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr ein eigenständisches Fachgebiet geworden.

Kontrastmittel = Hilfsmittel für die Ermöglichung oder Verbesserung der Darstellung anatomischer Strukturen durch bildgebende Verfahren in der Medizin. Während Kontrastmittel in der humanmedizinischen Diagnostik eine große Rolle spielen, werden sie in der Zahnmedizin eher selten eingesetzt. In der Diagnostik entzündlicher Prozesse an den Wurzelspitzen von Zähnen kann der Zahnarzt die Darstellung von Fistelgängen im Röntgenbild mit Guttapercha als Kontrastmittel ermöglichen. In der Endodontie dienen Wurzelkanalinstrumente sowohl als Aufbereitungswerkzeuge als auch als Kontrastmittel zur Ermittlung der Aufbereitungslänge der Wurzelkanäle. Kontrastmittel müssen gesundheitlich unbedenklich, biologisch abbaubar und leicht entfernbar sein.

siehe auch:
Endodontie | Fistel |

Krone anatomisch = Der in die Mundhöhle hineinragende, sichtbare, mit Schmelz bedeckte Teil des Zahnes.

Krone prothetisch = Rekonstruktion des weitgehend zerstörten Zahnes durch einen metallischen, metallkeramischen, oder ganzkeramischen Überzug. Kronen können als Einzelkronen, Brückenpfeiler oder Verbindungselemente zwischen festsitzendem und herausnehmbarem Zahnersatz vorkommen. Außerdem können alle Arten von Kronen auch auf Implantate gesetzt werden.

Kunststofffüllung = ungenaue Bezeichnung für alle plastischen Füllungen, die aus synthetischen Füllungsmaterialien hergestellt werden. In der modernen Kunststoff - Füllungstechnik werden heute fast ausschließlich Komposite-Materialien verwendet, die kosmetisch unauffällig sind und mittlerweile auch eine recht gute Haltbarkeit aufweisen. Im Frontzahnbereich (Zähne 1 bis 3 von der Mittellinie aus gezählt) werden von wenigen Ausnahmen abgesehen nur Komposite Füllungen gelegt. Eine zwingende Voraussetzung für gute Kunststofffüllungen ist die Anwendung der Ätz- und Bondingtechnik. Da die gesetzlichen Krankenkassen diese Technik nicht bezahlen, gibt es keine hochwertigen "Kassen" Kunststofffüllungen.

Kürettage / Curettage = Ausschabung oder Auskratzung von meist infiziertem und entzündetem Weichgewebe aus Knochenhohlräumen - in der Zahnheilkunde im Zusammenhang mit der Entfernung von Zähnen oder Zysten, bei der Behandlung von Wundinfektionen nach einer Weisheitszahnentfernung und bei der Parodontitis-Behandlung. Die Kürettage erfolgt mit Küretten, die zwar scharf geschliffen sind, an die Schärfe eines Einmal-Skalpells aber bei weitem nicht herankommen.

Bei der klassischen Parodontal-Kürettage im Rahmen einer Parodontalbehandlung, reinigt der Zahnarzt zunächst die Zahnfleischtaschen durch Auskratzen von entzündlich verändertem Gewebe und danach durch Kratzen und Schaben die Wurzeloberflächen von Konkrementen. In der Praxis hat sich dieses Vorgehen jedoch nicht immer als optimal erwiesen. Geeigneter erscheint es, nach gründlicher Zahnreinigung und, soweit möglich Konkremententfernung mit Ultraschall, zunächst einmal das geschädigte Weichgewebe mit einem scharfem Skalpell sauber zu entfernen (interne Gingivektomie), und in einer weiteren Sitzung bei abgeklungener Entzündung ohne Blutung und unter guter Sicht die restlichen Konkremente zu beseitigen.

siehe auch:
Konkremente | Parodontitis | Zyste |

aktualisiert vor 7 Tagen, am 10.11.2017 - 22:38.