Zahnlexikon - A

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Abdruck / Abformung = zahnärztliche Methode zur Übertragung der Mund- und Kieferverhältnisse, der Form der Zähne und der Zahnstellung auf ein Modell aus Gips oder anderen Materialien. Die durch das Ausgießen der Abdrücke mit Gips hergestellten Modelle dienen diagnostischen Zwecken oder werden vom Zahntechniker bei der Anfertigung von Zahnersatz, Kieferorthopädischen Geräten u.a. verwendet.

Abnutzung der Zahnoberflächen durch mechanische Einwirkungen wie z.B. durch Knirschen oder Pressen - hauptsächlich nachts. Abrasionen können auch durch ungeeignete Putztechniken entstehen. Sie können so stark sein, dass die Zähne im Lauf der Zeit derart abgenützt sind, dass sie weder durch Füllungen noch durch Kronen erhalten werden können. Durch die Verwendung von Schienen aus relativ weichen Materialien (Kunststoffe), die vorwiegend nachts getragen werden, können die Zähne in einem gewissen Maß vor Abrasionen geschützt werden. Werden Parafunktionen (z.B. Knirschen und Pressen) durch Zahnfehlstellungen verursacht, so kann der Zahnarzt diese eventuell durch Einschleifen oder kieferorthopädische Maßnahmen korrigieren.

siehe auch:
Bruxismus | Parafunktionen |

Abrasionsgebiss = durch Parafunktionen hervorgerufene starke Abnutzung und Verkürzung der Zähne im gesamten Gebiss. In der Vergangenheit und bei den sogenannten Naturvölkern auch heute noch verursacht durch sehr intensive Kaufunktion und "abrasive" (schleifende, stark abnutzende) Nahrungsmittel. Die Zerstörung kann so weit gehen, dass der Zahnarzt die Zähne nur durch Überkronung erhalten kann. Das Abrasionsgebiss verursacht in der Regel keine Schmerzen.

Abszess = Eiteransammlung mit manchmal sichtbarer Schwellung ausgelöst durch Eiter bildende Erreger, meist bakterielle Mischinfektion mit verschiedenen Bakterienarten wie z.B. Staphylokokken und Streptokokken. Diese verursachen eine Gewebezerstörung, in der Zahnheilkunde oft von devitalen Zähnen oder tiefen Zahnfleischtaschen ausgehend. Typische Symptome: Schwellung, Rötung, Druckschmerz.

Adhäsivtechnik / Ätz- und Bondingtechnik = Klebetechnik zur Verbesserung der Verbindung von Kunststofffüllungen und Keramikinlays oder -Kronen mit dem Zahn; dabei wird der Schmelz durch Ätzen mit Säure aufgeraut und mit verschiedenen Haftvermittlern vorbehandelt. Diese Art der Verbindung ist extrem haltbar. Diese Methode wird auch im Zusammenhang mit der Fissurenversiegelung angewendet.

siehe auch:
Fissurenversiegelung |

Eine Technik der Zahnreinigung, bei der Natriumcarbonat mit Wasser und Luft vermischt unter hohem Druck und mit hoher Geschwindigkeit auf die Zähne gestrahlt werden - Prinzip Sandstrahlgebläse. Mit dem Air Flow ist es möglich, hartnäckige Nikotin-, Tee-, Kaffee- und andere Beläge zu entfernen

Alginat = Abdruckmaterial (Polysaccharid) von mittlerer Präzision, welches aus Meeresalgen, hauptsächlich Braunalgen, gewonnen wird. Da es relativ dünnflüssig ist, kann es vollkommen drucklos für die Abformung weicher Strukturen (Schleimhäute) verwendet werden. Alginate werden für die Herstellung von Situationsmodellen, Interimsprothesen, Schienen, Modellgussprothesen etc. verwendet. Wegen der relativen Ungenauigkeit, sind sie nicht für Modelle geeignet, auf denen festsitzender Zahnersatz oder hochwertiger herausnehmbarer Zahnersatz angefertigt wird.

Alterszahnheilkunde / Gerostomatologie = Teilbereich der Zahnheilkunde, der sich mit den speziellen zahnmedizinischen Problemen und Bedürfnissen der ständig größer werdenden Zahl alternder Menschen befasst. Das Ziel ist der Erhalt der Kaufunktion und der Ästhetik und damit ein möglichst gesundes und beschwerdefreies Altern.

Ältere Menschen leiden oft unter partieller oder totaler Zahnlosigkeit und unter einer durch den Zahnverlust veränderten Mundflora. Der im Alter häufig auftretende verminderte Speichelfluss und die damit verbundene Mundtrockenheit beeinträchtigen nicht nur den Sitz von Prothesen sondern können auch die Ursache von Pilzinfektionen (Candida albicans = Soor) und daraus resultierenden Zahnfleischentzündungen sein. Die nachlassenden geistigen und manuellen Fähigkeiten erschweren die Mundhygiene und den Umgang mit herausnehmbaren Zahnersatz und ganz allgemein die Bereitschaft und Fähigkeit zur Mitarbeit bei der Lösung zahnmedizinischer Probleme.

Der auf dem Gebiet der Alterszahnheilkunde tätige Zahnarzt muss neben Wissen über die altersspezifischen Zahnerkrankungen und deren Behandlung besonders profunde Kenntnisse auf dem Gebiet der Prothetik und der Psychologie alter Menschen besitzen und über ein besonderes Maß an Geduld und Bereitschaft zur menschlichen Zuwendung verfügen.

Die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) bietet entsprechende Fortbildungen und die Zertifizierung zur Spezialistin bzw. zum Spezialisten für Seniorenzahnmedizin an.

Amalgam = Gemisch im Wesentlichen aus Silber und Quecksilber, welches in Zahnkavitäten (Löcher) eingebracht wird und dort aushärtet. In der Vergangenheit war Amalgam das einzige brauchbare Material für plastische Füllungen. Wegen des Quecksilbergehaltes wird Amalgam zunehmend für gesundheitsschädlich gehalten und durch andere Materialien ersetzt. In den letzten Jahrzehnten wurden immer bessere Kunststoffe und Keramiken entwickelt, die das Amalgam als Füllungsmaterial zunehmend verdrängen jedoch nicht vollständig ersetzen können.

Jahrzehnte lang anhaltende, ideologisch geprägte und mit pseudo-wissenschaftlichen Nachweisen geführte Diskussionen über mögliche gesundheitliche Gefahren durch Amalgam haben die Verwendung dieses Füllungsmaterials erheblich eingeschränkt, und so manche von interessierten Kreisen durchgeführte "Amalgamstudie" führte zu zunehmender Ablehnung des Amalgams in der Bevölkerung. Einige Zahnärzte greifen diese Amalgamfurcht auf und schaffen sich durch das Führen der Bezeichnung "amalgamfreie Praxis" ein fortschrittlich, alternativ und ganzheitlich anmutendes Image.

Das von Amalgamgegnern und den Verfechtern der "Naturheilkunde" immer wieder vorgetragene Argument, dass in Schweden Amalgam seit 2001 verboten ist, trifft zu, hat jedoch nichts mit der Schädlichkeit dieses Materials zu tun: Wegen einer übermäßigen Verwendung quecksilberhaltiger Stoffe in der Holzindustrie, wurde die Verwendung aller Quecksilberverbindungen, also auch die des Amalgams verboten.

Amalgamausleitung / Amalgamentgiftung / Schwermetallausleitung / Mobilisationstest = wissenschaftlich nicht nachvollziehbare Methode für den Nachweis bzw. die Entfernung vermuteter Schwermetallbelastungen (Quecksilber) durch Amalgam aus dem menschlichen Körper. Die Behandlung erfolgt durch ganzheitlich oder alternativ behandelnde Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker etc. Einer der überzeugtesten und militantesten Vertreter der Amalgamausleitung ist der Internist und Toxikologe Max Daunderer, der eine Reihe von Untersuchungen über Amalgamvergiftungen und deren Behandlung veröffentlichte, die von der Wissenschaftsgemeinde jedoch nicht anerkannt wurden. Heute wird Daunderer in wissenschaftlichen Fachkreisen nicht mehr ernst genommen und gilt als unbelehrbarer Verbreiter medizinischer Irrlehren.

Die hauptsächlich von so genannten "ganzheitlichen" Zahnärzten durchgeführte Amalgamausleitung verwendet unter anderem naturheilkundlich - homöopathische Verfahren (z.B. Selen D6; Derivato H, Süßwasseralge Chlorella). Wegen der nicht vorhandenen Notwendigkeit und des fehlenden Wirksamkeitsnachweises ist die Kostenübernahme für eine Amalgamentgiftung durch die gesetzlichen Krankenkassen erfreulicherweise ausgeschlossen.

Es gibt durchaus ästhetische und technische Gründe für eine "Amalgamsanierung", die Angst vor gesundheitlichen Schäden sollte jedoch nicht ausschlaggebend sein. Die Amalgamausleitung ist ein einträgliches Geschäft mit der Angst der verunsicherten Patienten und gehört zum Repertoire der Quacksalberei.

Zahnfüllung aus einem Gemisch von hauptsächlich Silber und Quecksilber. Amalgamfüllungen sind einfach und preiswert anzufertigen und sind die Standardversorgung im Rahmen der "Kassenbehandlung", sie sind sehr haltbar, ästhetisch aber völlig unbefriedigend. Der immer wieder geäußerte Verdacht der Toxizität konnte bisher noch nicht wissenschaftlich bestätigt werden

Amalgamunverträglichkeit / Amalgamallergie = von Patienten, Heilpraktikern, „Alternativmedizinern“, „ganzheitlichen“ Ärzten und nicht zuletzt von Zahnärzten immer wieder behauptete, jedoch wissenschaftlich praktisch nie nachgewiesene Unverträglichkeitsreaktion auf das weltweit meistverwendete und bisher unverzichtbare zahnärztliche Füllungsmaterial Amalgam. In der Bevölkerung ist die Amalgamfurcht weit verbreitet und wird von den Medien, interessierten Kreisen und so genannten Instituten für Naturheilkunde u. ä. kräftig geschürt.

Bemerkenswert ist, dass die meisten Patienten, die von sich behaupten, amalgamgeschädigt zu sein, auch unter Elektrosmog, Erdstrahlen, und jedweder Art von Vergiftung zu leiden glauben. Im Allgemeinen empfinden diese Menschen ihre gesamte Umwelt als ständige Bedrohung ihrer Gesundheit.

Wie viel Geld im Rahmen der Behandlung vermeintlich amlagamvergifteter Patienten für völlig wirkungslose Amalgamentgiftungen und Amalgamausleitungen an obskure Heiler fließt, ist unbekannt, doch die Summen dürften erheblich sein.

Amelogenesis imperfecta = erblich bedingte unvollständige Entwicklung des Zahnschmelzes. Es kann zu wenig Schmelz gebildet werden, der Schmelz kann von minderer Qualität sein, und die Schmelzoberflächen können verfärbt und rau sein. Die Amelogenesis imperfecta ist mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Karies und Abrasion verbunden. In der Regel sind Männer schwerer betroffen als Frauen. Die Behandlungsmöglichkeiten der Amelogenesis imperfecta sind begrenzt und lediglich symptomatisch. Durch Fluoridierung kann der erhöhten Kariesanfälligkeit entgegengewirkt werden. Bei sehr starker Schmelz-Hypoplasie (Schmelz-Unterentwicklung), kann die Überkronung der betroffenen Zähne das Mittel der Wahl sein.

siehe auch:
Abrasion | Caries |

Anästhesie = In der Zahnheilkunde lokale Schmerzausschaltung - in der Regel durch Injektion. In der Zahnheilkunde werden hauptsächlich zwei Verfahren angewendet:

  1. Die Terminalanästhesie, bei der das Anästhetikum (Wirkstoff) direkt am Behandlungsort in das Gewebe injiziert wird.
  2. Die Leitungsanästhesie: Dabei wird das Anästhetikum in die unmittelbare Umgebung eines sensiblen Nerven injiziert und unterbricht dort die Reizleitung

Die Zahnärztlichen Anästhesiemethoden sind sehr sicher und gewährleisten eine vollkommene Schmerzausschaltung.

Wie in der Medizin üblich, stammen auch die meisten zahnmedizinischen Orts- und Richtungsangaben aus dem Lateinischen. Mit den folgenden Begriffen beschreibt der Zahnarzt den Ort und/oder die räumliche Beziehung der anatomischen Strukturen in der Mundhöhle.

  • apikal = an der Wurzelspitze, in Richtung Wurzelspitze
  • approximal = zum Nachbarzahn hin z.B. Approximalfläche eines Zahnes
  • bukkal = zur Wange gerichtet z.B. bukkale Füllung
  • distal = von der Mittellinie weg gerichtet zur Seite bzw. nach hinten z.B. distale Fläche einer Füllung
  • fazial = nach außen zum Gesicht hin gerichtet z.B. Zahnflächen
  • interdental = zwischen zwei Zähnen z.B. Interdentalraum
  • interforaminär = zwischen den Löchern im Unterkieferknochen, aus denen auf beiden Seiten der Nervus Mentalis austritt, entspricht etwa dem Kinnbereich
  • interradikulär = zwischen den Wurzeln eines mehrwurzeligen Zahnes z.B. interradikulärer Knochenabbau bei Parodontitis
  • inzisal = an oder in Richtung der Schneidekante eines Zahnes
  • koronal = an oder in Richtung der Zahnkrone
  • labial = an oder in Richtung der Lippe z.B. Labialflächen von Zähnen
  • lateral = Seitwärts z.B. Lateralbewegungen des Unterkiefers
  • lingual = in Richtung Zunge oder an der Zunge
  • mesial = zur Mittellinie hin gerichtet bzw. nach vorn
  • okklusal = an oder auf der Kaufläche z.B. okklusale Füllung
  • oral = zum Innenraum des Mundes hin gerichtet (Gegenteil von fazial und vestibulär); alles, was mit dem Mund zu tun hat z.B. Oralhygiene
  • vestibulär = zum Mundvorhof hin gelegen oder gerichtet, weg vom Inneren der Mundhöhle (Gegenteil von oral)
  • zervikal = am oder in Richtung Zahnhals z.B. Zahnhalskaries

Aphthen / Aphten = Sehr schmerzhafte rundliche Geschwüre der Mundschleimhaut, von hellgrauer bis gelblicher Farbe (je nach Reifestadium) umgeben von einem schmalen, roten Rand. Wie Aphthen entstehen, ist noch weitgehend unbekannt, jedoch scheinen kleine Verletzungen der Schleimhaut, virale Infekte, oder eine geschwächte Abwehrlage begünstigend zu wirken. Für die Behandlung der Aphthen gibt es zahlreiche Methoden und Medikamente, deren Wirkungsweisen jedoch meist nicht bekannt und auch nicht sicher sind.

Approbation = im Gesundheitswesen die staatliche Anerkennung und Berufszulassung als Arzt, Zahnarzt oder Apotheker auf der Grundlage der Approbationsordnung. Voraussetzung ist ein mit dem Staatsexamen abgeschlossenes Studium an einer anerkannten Universität.

Approximalfläche = die Fläche eines Zahnes, die dem Nachbarzahn zugewandt ist.

Approximalkaries = eine der häufigsten Kariesformen, entsteht durch mangelhafte Mundhygiene an den Approximalflächen, ist nur durch die Verwendung von Zahnseide sicher zu vermeiden:

Approximalraum = Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Zähnen.

Artikulator = mechanisches Gerät, mit dem das Zusammenspiel des Kiefersystems und der Kiefergelenke sowie der Bewegungsablauf des Unterkiefers beim Kauvorgang wirklichkeitsnah simuliert werden kann. Zu diesem Zweck werden Gipsmodelle der bezahnten oder unbezahnten Kiefer in den Artikulator eingespannt, wo sie mittels einer den Kiefergelenken nachempfundenen Vorrichtung gegeneinander so bewegt werden können, dass es in etwa der Kaubewegung entspricht. Der Zahnarzt kann so außerhalb der Mundhöhle Störungen im Bewegungsablauf diagnostizieren (Funktionsdiagnostik, Gnathologie) und Gleithindernisse im Bereich der Zähne erkennen. Möglicherweise erforderliche Einschleifmaßnahmen können so am Modell vorweggenommen werden, bevor sie in der Realität umgesetzt werden. Der Zahntechniker nutzt den Artikulator, bei der Anfertigung von kaufunktionell korrektem Zahnersatz, der bei der Eingliederung in den Mund nicht oder nur wenig nachgearbeitet werden muss.

Ästhetische Zahnmedizin / Ästhetische Zahnheilkunde = das Teilgebiet der Zahnheilkunde, welches sich mit dem Aussehen (Ästhetik und Kosmetik) der Zähne, des Zahnfleisches und des Gesichtes um den Mund herum beschäftigt. Eine ganze Reihe von Faktoren muss im genau richtigen Maß zusammenspielen wenn der Mundbereich des menschlichen Gesichtes natürlich, gesund und attraktiv aussehen soll:

Die Zähne sollten eine helle aber nicht zu weiße Farbe haben, und ihre Stellung sollte nicht zu unregelmäßig sein. Dies können Zahnärzte durch Bleaching, Veneers, kieferorthopädische Maßnahmen oder bei großen kariösen Defekten auch durch Verblendkronen erreichen. Doch hier ist Vorsicht angeraten, damit die Zähne am Ende nicht schneeweiß und gleichmäßig wie die weißen Tasten eines Klavieres aussehen. Wenn ästhetisch ambitionierte Zahnärzte hier übertreiben, wirkt das unnatürlich, und wird im amerikanischen Sprachraum nicht umsonst als „Toilet bowl teeth“ bezeichnet. Gezielt eingebaute kleine Unregelmäßigkeiten wirken oft Wunder. Dass die Stellung der Zähne eine ganz entscheidende Rolle für die Ästhetik spielt, kann man an den eingefallenen Gesichtszügen zahnloser Menschen sehen.

Beim Zahnfleisch spielen die Farbe und der Verlauf des Zahnfleischsaumes eine wichtige ästhetische Rolle. Eine zu starke Rotfärbung ist nicht nur unnatürlich, sondern weist auch auf eine Entzündung hin, die behandelt werden muss. Den Verlauf des Zahnfleischsaumes kann der Zahnarzt chirurgisch korrigieren.

Atrophie = Gewebeschwund, Abbau von Körpergewebe. Fast alle Gewebearten des menschlichen Körpers können von Atrophie betroffen sein. Atrophie kann durch Krankheiten oder Inaktivität hervorgerufen werden. Bei der Behandlung von Knochenbrüchen ist in der Regel die Ruhigstellung oder Entlastung einer Extremität durch einen Gipsverband erforderlich. Dabei entwickelt sich schon nach kurzer Zeit eine Inaktivitätsatrophie mit einer deutlichen Reduzierung der Muskelmasse. Zahnärzte sind häufig mit der Atrophie des Kieferknochens konfrontiert, die durch Zahnlosigkeit hervorgerufen wird und zu einem derart starken Knochenabbau führen kann, dass das Knochenangebot weder für herkömmlichen Zahnersatz noch für Zahnimplantate ausreichend ist. Die Kieferknochen Atrophie kann durch das rechtzeitige Eingliedern von Zahnimplantaten weitgehend vermieden werden. Daher sollte der der Zahnarzt im Zusammenhang mit Extraktionen diese Möglichkeit immer in Betracht ziehen. Wenn der Kieferknochen erst einmal atrophiert ist kann durch Knochenaugmentation in vielen Fällen die Neubildung von Knochen angeregt und ein für Implantate ausreichendes Knochenangebot wiederhergestellt werden.

Aufbaufüllung = umfangreiche Rekonstruktion eines großflächig und tief zerstörten Zahnes als vorbereitende Maßnahme vor einer Überkronung. Material: meist Kunststoff zur Stabilitätssteigerung unter Anwendung der Adhäsivtechnik.

Augmentation = Vermehrung der Knochensubstanz, wird angewendet, wenn z.B. das Knochenangebot für Implantate nicht ausreichend ist. Durchführung mit Knochenersatzmaterial oder eigenem Knochen z.B. aus dem Beckenkamm. Unterstützend kann das Operationsgebiet mit Goretex® - Membranen gegen das Einwachsen unerwünschten Gewebes gesichert werden, Guided Bone Regeneration GBR.

aktualisiert vor 12 Tagen, am 10.11.2017 - 22:38.