Kombinierter Zahnersatz - Teleskopkronen

Wenn Zahnverlust droht ...

Bei fortgeschrittenem Zahnverlust ist meistens auch das noch vorhandene Restgebiss durch Parodontalerkrankungen vorgeschädigt. Oft hat eine schon jahrelang bestehende Parodontitis den Kieferknochen in erheblichem Umfang abgebaut, die Zähne haben nicht mehr ihre ursprüngliche Festigkeit und Belastbarkeit, und möglicherweise ist weiterer Zahnverlust in absehbarer Zeit zu erwarten. In diesem Fall liegt es nahe, nach erfolgreicher Parodontosebehandlung, eine prothetische Versorgung zu wählen, die sich möglichst lange problemlos erweitern lässt, ohne dass dem Patienten dadurch große Kosten und langwierige Behandlungen entstehen.

Mit Modellguss- oder Geschiebe Prothesen ist diesen Ziel meist nicht zu erreichen. Man kann solche Prothesen zwar in geringem Umfang erweitern, gehen jedoch mehrmals Zähne verloren, so geht ein Gebastel los, dessen Ergebnis am Ende weder funktionell noch kosmetisch befriedigend ist.

... muss der Zahnersatz erweiterbar sein

In solchen Fällen ist die Teleskopprothese das Mittel der Wahl. Sie schont in optimaler Weise die noch vorhandenen Zähne und schiebt den Verlust hinaus oder verhindert ihn sogar, und wenn dann doch mal Zähne entfernt werden müssen, lässt sie sich ganz einfach fast beliebig erweitern und kann sogar noch nach dem Fall des letzten Zahnes zur totalen Prothese umgearbeitet werden.

Die Methode

Bei der Teleskopprothese wird die Verbindung zwischen Zähnen und Ersatz durch sogenannte Teleskopkronen oder Doppelkronen hergestellt. Besonders effektiv ist die Marburger Doppelkrone.

Die Primärkrone ist ein hauchdünnes Metallkäppchen, das wir fest mit dem Zahn verkleben und dessen äußere Form mit einer herkömmlichen Krone nichts zu tun hat. Sie ist möglichst parallelwandig und sieht etwa so aus wie der Druckknopf eines Kugelschreibers.

Die Sekundärkrone ist in den herausnehmbaren Teil des Zahnersatzes eingearbeitet und passt genau, sozusagen saugend, auf die Primärkrone, auf der sie vollkommen spannungsfrei sitzt und durch Haftreibung gehalten wird.

Zum Funktionieren eines solchen Zahnersatzes sollten mindestens zwei Doppelkronen vorhanden sein, und die sollten auf zwei möglichst weit voneinander entfernten Zähnen sitzen. In vielen Fällen ist es, ideal, das ganze Restgebiss mit Teleskopkronen zu versehen und so den Kaudruck auf möglichst viele Zähne zu verteilen, um damit den Druck auf den einzelnen Zahn zu reduzieren.

Die Vorteile

Man kann sie beliebig erweitern

Wenn noch genügend Zähne vorhanden sind, kann die Teleskopprothese sehr leicht und grazil gearbeitet werden, und bei günstiger Verteilung können wir sogar auf eine Gaumenplatte verzichten. In diesem Fall sprechen wir von einer teleskopierenden Brücke. Sie sitzt absolut sicher, fühlt sich an wie eine Brücke, kann aber doch zur Pflege, Reparatur oder Erweiterung herausgenommen werden. Wenn ein Zahn raus muss und eine Erweiterung nötig wird, füllen wir innerhalb weniger Minuten, während der Patient auf die Betäubung wartet, die Sekundärkrone mit Kunststoff auf. Nach 2-3 Wochen ist dann nur noch eine Unterfütterung erforderlich, und das war es auch schon ... es entstehen kaum Kosten und keine unangenehme Behandlung.

Extrem zahnschonend

Bei keiner anderen Prothese können wir alle restlichen Zähne mit Halteelementen versehen und damit die Kaubelastung optimal verteilen. Dies garantiert dem Restgebiss zwar nicht das ewige Leben, trägt aber sehr zur Erhöhung der Lebenserwartung bei.

Weitgehend unsichtbar, wenn sie drin ist

Wenn eine Teleskopprothese im Mund ist sieht man in der Regel nichts von den Halteelementen. Die Sekundärkronen können verblendet werden, und da sie die Primärkronen vollständig bedecken, ist kein Metall zu sehen. Geht mal eine Verblendung kaputt, nimmt man die Prothese einfach heraus, und der Techniker kann sie reparieren

Die Nachteile

Sichtbar, wenn sie draußen ist

Wenn man die Teleskopprothese mal nicht trägt, sind die Primärkronen weithin sichtbar. Dies ist für einige Menschen ein psychologisches Hindernis, das sie nur schwer überwinden können. Haben sie das erst einmal geschafft, so ist die Akzeptanz gut und wird in dem Augenblick zur Begeisterung, wenn der erste Zahn verloren geht und die Erweiterung, genau wie der Zahnarzt vorher versprochen hat, keinerlei Problem darstellt.

Kunststoff Verblendungen

Teleskopkronen können wir nur mit Kunststoff verblenden. Keramik würde beim Herausnehmen und Einsetzen zu sehr belastet und schließlich brechen. Einen Absturz ins Waschbecken würde sie auch nicht überstehen. Im Gegensatz zu Keramik altert Kunststoff und kann nach einiger Zeit unansehnlich werden. Dies ist jedoch kein wirkliches Problem, da wir den Zahnersatz ja herausnehmen und die Verblendungen jederzeit erneuern können. Wenn man will, kann man sich seine Teleskopprothese sogar in doppelter Ausführung machen lassen, so dass man im Notfall immer eine Ersatzprothese zur Hand hat.

Knausrigkeit der Kassen

Früher, als die Praxis noch in den Anfängen steckte, bezahlten die gesetzlichen Krankenkassen für diesen exzellenten Zahnersatz noch bis zu 80 oder 90%, und manchmal darüber. Heute beteiligen sie sich an den Kosten entweder gar nicht oder in so geringem Maß, dass es sich nicht lohnt, darüber zu sprechen.

Teleskopprothese - Wikipedia
[1] © RosarioVanTulpe - Lizenz: GNU | CC  |   [2] © stefan - Lizenz: GNU | CC aktualisiert vor 12 Tagen, am 10.11.2017 - 22:38.