Zahnpflege und Mundhygiene
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Zahnpflege und Mundhygiene für ein langes Zahnleben
Während der Steinzeit betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen etwa 25 Jahre. Ein römischer Staatsbürger zur Kaiserzeit brachte es immerhin schon auf 35 Jahre. Die heute beobachtete ca. 80 jährige Lebenserwartung der Bevölkerung in den zivilisierten Ländern ist unter anderem auf ausreichende und bessere Ernährung, bessere Hygiene, Unfallverhütung und medizinischen Fortschritt zurück zu führen.
Diese an sich wünschenswerte Langlebigkeit ist eine besondere Herausforderung für die Zähne, weil sie im Falle von Schädigungen durch Karies oder Parodontose praktisch über keine Fähigkeit zur Selbstheilung verfügen. In ferner Vergangenheit mag das keine große Rolle gespielt haben, da mit zunehmendem Zahnverlust das Leben sich ohnehin dem Ende zuneigte. Heute jedoch ist es durchaus möglich, sich durch Vernachlässigung der Zähne, eine bis zu 50 oder mehr Jahre währende Zahnlosigkeit einzuhandeln. Umgekehrt ist ist es aber auch möglich, die eigenen Zähne kerngesund bis ins hohe Alter zu erhalten, und der dafür erforderliche Aufwand ist nicht einmal besonders groß. Eine konsequente häusliche Mundhygiene erfordert zwar etwas Einsatz und Disziplin, kann aber dafür so manche “Zahnfleischbehandlung” durch den Zahnarzt überflüssig machen.
Vorsorge in der Kinderzahnheilkunde
Gerade wegen der heutigen hohen Lebenserwartung ist es wichtig, schon frühzeitig im Kindesalter ein hygienebewusstes Verhalten herzustellen. Haben Kinder erst einmal gelernt, dass Zähne putzen ohne wenn und aber zur täglichen Routine gehört, werden sie diese nützliche Angewohnheit lebenslänglich nicht wieder ablegen. Der Zahnarzt und besonders der auf die Kinderzahnheilkunde spezialisierte Kinderzahnarzt können hier die Weichen für das weitere Hygieneverhalten stellen und so viel Gutes für die lebenslängliche Zahngesundheit tun.
Karies, Parodontitis – Zahnverlust

Zahnpflege
Die Hauptursachen für Zahnverlust sind Karies, Zahnfleischerkrankungen und Parodontitis (Wikipedia). Sie entstehen fast ausschließlich durch bakterielle Zahnbeläge (Plaque), die wiederum für Ihre Entstehung Bakterien und Speisereste brauchen. Zur Vermeidung der oben genannten Erkrankungen genügt es vollkommen, die Zähne nach jeder Mahlzeit so gründlich zu reinigen, dass keine Nahrungsreste zurückbleiben und die Bakterienzahl klein gehalten wird. Zur Kariesvermeidung sollte auch der Zuckerkonsum eingeschränkt werden.
Ich werde an dieser Stelle nicht den Versuch unternehmen, Ihnen die unüberschaubare Vielzahl an Putzmethoden vorzustellen. Darüber gibt es ungezählte Artikel im Internet. Ebenso kann ich hier nicht auf sämtliche Hilfsmittel eingehen, die findige Hersteller von Dentalartikeln anbieten. Vieles davon ist sinnvoll, und vieles ist einfach nur mehr oder weniger werbewirksamer Unfug. Sie brauchen bestimmt keine sprechende Zahnbürste oder eine gegen Parodontitis, eine gegen Karies und eine gegen Mundgeruch. Das selbe gilt für die Unzahl verschiedener Zahnpasten – da ist es ähnlich wie mit der Waschmittelwerbung.
Wenn Sie mehr über die für Sie optimale Mundhygiene erfahren möchten, fragen Sie einfach Ihren Zahnarzt. Er wird sie gern über die Professionelle Zahreinigung und die Individualprophylaxe informieren. Wenn er Sie untersucht, wird er vielleicht feststellen, dass es trotz Ihrer Bemühungen noch Lücken in Ihrer Zahnpflege gibt und an der einen oder anderen Stelle Zahnbeläge zu finden sind. Er oder eine qualifizierte Mitarbeiterin wird Ihnen dann eine Anleitung geben, wie Sie mit wenigen aber effektiven Pflegemassnahmen Ihre Zähne gesund erhalten oder ein Fortschreiten der Erkrankung vermeiden können. In den meisten Fällen wird der Parodontologe (Wikipedia) die gründliche Verwendung von Zahnbürste, Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürsten) als vollkommen ausreichend empfehlen.
Sie erwarten von Ihrem Zahnarzt ein großes Engagement und eine hohe Qualität bei der Behandlung Ihrer Zähne. Indem Sie sich ebenso engagiert um eine perfekte Mundhygiene bemühen, schaffen Sie selbst die Voraussetzung für gesunde Zähne und einen lang anhaltenden Behandlungserfolg.
Mittwoch 12. August 2009 um 09:44
Das mit dem gründlichen Zähneputzen ist ja sicher alles richtig, aber meistens blutet mein Zahnfleisch so stark daß ich nicht weiterputzen kann. Der Zahnarzt bei dem ich früher war, hat mir empfohlen, das Zahnfleisch zu schonen und eine weiche Bürste zu verwenden und nicht zu fest zu drücken beim Putzen, weil ich besonders empfindliches Zahnfleisch hätte. Ich sollte auch mit Mundwasser spülen.
Nachdem ich umgezogen bin, habe ich jetzt eine neue Zahnärztin. Diese Zahnärztin sagt, daß ich meine Zähne besonders gut putzen soll auch wenn es blutet und daß das Bluten dann bald ganz von alleine aufhört. Sie hat mir auch eine besonders gründliche Zahnreinigung in ihrer Praxis vorgeschlagen, die ich aber selbst bezahlen muß.
Ich bin jetzt etwas unsicher was ich tun soll.
Montag 17. August 2009 um 22:57
Ihre neue Zahnärztin hat Recht.
Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, ist es nicht sinnvoll, blutendes Zahnfleisch zu “schonen” indem man es weniger gründlich putzt. Es sind fast immer die bakteriellen Zahnbeläge, die für die Zahnfleischentzündung und damit für das Bluten verantwortlich sind. Die Entzündung kann so heftig sein, dass schon das Berühren des Zahnfleisches mit der Bürste eine starke Blutung auslöst, von Zähneputzen ganz zu schweigen. Wie aber wollen Sie die Beläge loswerden, wenn Sie sich nicht trauen, die Zähne und das Zahnfleisch mit der Bürste zu berühren?
Tun Sie genau das Gegenteil:
Wenn Sie eine Blutung bemerken, reinigen Sie auch die entsprechenden Stellen ganz besonders gründlich, und Sie werden feststellen, dass schon nach kurzer Zeit das Bluten aufhört. Ihre Zahnärztin oder eine ihrer Mitarbeiterinnen wird Ihnen sicher gerne eine detaillierte Mundhygieneunterweisung geben.
Was den Vorschlag für die ganz besonders gründliche Zahnreinigung ( professionelle Zahnreinigung ) betrifft, so bin ich der Ansicht, Sie sollten dieses Angebot annehmen, auch wenn es privat bezahlt werden muss. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nur für die Entfernung von Zahnstein, soweit dieser nicht in tieferen Zahnfleischtaschen sitzt – also nur für eine oberflächliche Reinigung. Bei der professionellen Zahnreinigung hingegen werden alle harten und weichen Zahnbeläge entfernt. Dies ist wesentlich aufwändiger und zeitintensiver als die reine Zahnsteinentfernung, und daher sind die höheren Kosten gerechtfertigt.
Donnerstag 25. August 2011 um 11:32
Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass das Zahnfleisch manchmal sehr lange bluten kann. Gibt es überhaupt keine andere Möglichkeit, die Zähne gründlich zu reinigen ohne das Zahnfleisch ständig zum Bluten zu bringen? Es ist sehr schmerzhaft, wenn täglich beim Zähneputzen das Zahnfleisch anfängt zu bluten. Außerdem habe ich mittlerweile eine gewisse Angst vor dem Zähneputzen entwickelt. Natürlich putze ich meine Zähne regelmäßig, aber eben nur so gründlich wie möglich, ohne dass das Zahnfleisch sofort wieder anfängt zu bluten.
Auch eine professionelle Zahnreinigung hat bei mir bisher wenig bewirkt.
Viele Grüße
Donnerstag 13. Oktober 2011 um 15:54
Zahnfleischbluten ist immer ein typisches Symptom für eine Zahnfleischentzündung, und die Ursache für eine Zahnfleischentzündung ist praktisch immer bakterieller Zahnbelag. Das kann so weit gehen, dass das Zahnfleisch schon bei ganz leichten Berührungen blutet. Wenn Sie nun die Zähne nur so gründlich putzen, dass das entzündete Zahnfleisch nicht blutet, entfernen Sie auch die Zahnbeläge nicht richtig und werden die Entzündung niemals los. So unangenehm das auch sein mag, Sie müssen kräftig putzen, unabhängig davon, ob es blutet. Wenn Sie das konsequent machen, wird das Bluten nach ein bis zwei Wochen ganz von selbst aufhören.
viele Grüße