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Zukunftsvision

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Bis zum Jahr 2011 sollen am Marburger Uni-Klinikum ca. 28 Medizinische  Versorgungszentren  MVZ eingerichtet werden, die dann nach und nach die ambulante Versorgung der Bevölkerung übernehmen sollen, die zur Zeit noch von den niedergelassenen Ärzten erbracht wird.

Besonders brisant könnte die Entwicklung werden, wenn die MVZ in einem erbitterten Konkurrenzkampf gegen die niedergelassenen Ärzte versuchen, diese aus dem Wettbewerb zu verdrängen.

Die Strategiepapiere der Betreiber des Marburger und Giessener Universitäts-Klinikums scheinen nach der Meinung vieler niedergelassener Kollegen und Kolleginnen diese Befürchtung zu bestätigen.

In wieweit diese im Augenblick für die Humanmedizin bedrohliche Entwicklung auch die Zahnmedizin betreffen wird, bleibt abzuwarten.

Frau Dr. Deuker, Fachärztin für Orthopädie Naturheilverfahren in Marburg, hat in diesem Zusammenhang das folgende Szenario entwickelt:

Zukunftsvision

Stellen Sie sich vor, Sie leben im Jahr 2015.
Seit ein paar Tagen fühlen Sie sich nicht ganz wohl.
In der Vergangenheit hatten Sie schon immer mal wieder Probleme mit Ihren Nieren.
Also suchen Sie Ihre Hausärztin auf und stellen an der Praxistür erstaunt fest, dass es die Praxis nicht mehr gibt.
Sie gehen daraufhin zu Ihrem Facharzt für Nierenerkrankungen (Urologen), auch hier finden Sie an der Praxistür den Hinweis:
Praxis geschlossen, verlegt ins Medizinische Versorgungs Zentrum.
Da Sie nicht so recht wissen, wie`s weitergeht, rufen Sie Ihre Krankenkasse an, sagen wir die AOK.
Dort erhalten Sie den Hinweis, dass die Kassenarztsitze Ihrer Hausärztin und des Urologen zusammengelegt wurden ins MedizinischeVersorgungsZentrum, der UniKlinik MR-GI, kurz MVZ, was für Sie ja toll sei, da die AOK einen Direktvertrag mit diesem MVZ abgeschlossen habe, wodurch Sie keine Wartezeiten haben.
Prima, denken Sie und gehen ins MVZ der UniKlinik Rhön AG.
Dort bekommen Sie auch direkt einen Termin bei einem netten Arzt, der Sie nicht viel fragt, weil er Ihre bisherige Krankengeschichte auf Ihrer elektronischen Versicherungskarte ablesen kann.
Er veranlasst einige Untersuchungen und gibt Ihnen einen Termin zur Besprechung der Ergebnisse.
Bei dem nächsten Termin sehen Sie dann einen anderen ebenso netten Arzt, der Ihre aktuellen Werte studiert und Ihnen dringend rät, sich stationär aufnehmen zu lassen.
Früher waren Sie wegen ähnlicher Probleme schon in der Diakonie in Wehrda.
„Nein Wehrda geht nicht“, erfahren Sie von Ihrer Krankenkasse, sie seien bei der AOK über die Direktverträge nur für die Uniklinik RhönAG versichert.
Sie denken, na schön, Universität klingt gut.
Es gibt auch hier wieder einen erfreulich zügigen Termin, also liegen Sie dann in der Uniklinik.
Der Arzt dort braucht mit Ihnen gar nicht mehr zu reden, hat er doch alle Informationen in der Elektronischen Krankenakte vor sich.
Er eröffnet Ihnen nun, dass Sie an die Dialyse müssten.
Jetzt bekommen Sie doch etwas Angst.
Auf die Frage, ob denn das Problem nicht wie früher auch mit Medikamenten zu behandeln sei, bekommen Sie zur Antwort:
„In unserer Klinik nicht. Dann müssen Sie woanders hingehen.“
Jetzt fragen Sie sich zum ersten Mal:
Ja wohin denn?
Keine Hausärztin,
kein freier Facharzt,
keine Kostenerstattung in anderer Klinik

Zu diesem Thema auch ein Interview mit einem der betroffenen Ärzte

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Letzte Änderung dieser Website: Mittwoch, 01. Februar 2012 @ 17:04 | Letzte Änderung dieser Seite: Donnerstag, 16. Juni 2011 @ 18:42

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