Weisheitszahnentfernung
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Die Weisheitszähne sind die letzten Zähne der Zahnreihe und brechen, wenn sie nicht retiniert oder verlagert sind, zwischen dem 17. und dem 25. Lebenjahr durch. Ihren Namen haben sie wohl in der nicht immer berechtigten Annahme bekommen, der Mensch habe in diesem Alter eine gewisse Weisheit erlangt.
Eine Retention oder Verlagerung besteht dann, wenn der Zahn so ungünstig im Knochen liegt, dass er nicht ordentlich in die Zahnreihe durchbrechen kann. Im sehr häufig auftretenden Falle einer Verlagerung oder Retention kommt es früher oder später fast immer zu Infektionen und Entzündungen des umgebenden Knochens und der Weichgewebe, die unter starken Schmerzen oder auch schmerzlos erhebliche Schädigungen u. a. des Knochens und der Nachbarzähne verursachen können. In solchen Fällen wird Ihr Zahnarzt die Entfernung des verantwortlichen Weisheitszahnes dringend empfehlen.

drei verlagerte Weisheitszähne im Orthopantomogramm
Da im akuten Stadium der Entzündung die Weisheitszahnentfernung oft komplikationsträchtig oder wegen einer Kieferklemme (Wikipedia) unmöglich ist und andererseits bei chronischem, schmerzlosem Verlauf, die Entstehung bleibender Schäden oft nicht bemerkt wird, ist eine vorbeugende frühzeitige Entfernung der Weisheitszähne sinnvoll, wenn ein ordnungsgemäßer Durchbruch nicht zu erwarten ist. Selbst wenn die Weisheitszähne scheinbar gerade in der Zahnreihe stehen, kann ihre Entfernung nötig sein, nämlich dann, wenn auf Grund ihrer Stellung davon auszugehen ist, dass sie im Rahmen der häuslichen Zahnpflege nicht richtig gereinigt werden können. In diesem Fall gefährden sie die Nachbarzähne, die Schleimhäute und den umgebenden Kieferknochen genau so wie verlagerte Weisheitszähne. Am besten für die Entfernung geeignet ist die Zeit, in der das Wurzelwachstum noch nicht beendet ist und der Zahn noch nicht fest im Knochen sitzt. Den richtigen Zeitpunkt kann Ihr Zahnarzt anhand von Röntgenaufnahmen festlegen – er liegt meistens zwischen dem 15. und dem 20. Lebensjahr.
In der Regel entfernt der Zahnarzt immer die beiden Weisheitszähne auf einer Seite in einer Sitzung unter örtlicher Betäubung. Eine operative Entfernung aller vier Weisheitszähne – Osteotomie (Wikipedia) in einer Sitzung ist prinzipiell möglich aber nicht unbedingt wünschenswert, da die Beschwerden nach einem solchen beidseitigen Eingriff doch recht umfangreich sein können. Außerdem kann nach einer Entfernung aller vier Weisheitszähne in einer Sitzung die Fähigkeit zur Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt sein.
Eine Vollnarkose ist für diese Operation normalerweise nicht erforderlich, da die Schmerzausschaltung duch die örtliche Betäubung perfekt ist. Im Falle extremer Behandlungsangst oder bei behinderten Patienten kann in Ausnahmefällen eine Vollnarkose sinnvoll sein. Meist reicht aber auch in solchen Fällen eine Sedierung (Wikipedia) vollkommen aus.
Komplikationen bei der operativen Weisheitszahnentfernung sind ausgesprochen selten und bei vorsichtigem chirurgischem Vorgehen fast immer zu vermeiden. Schmerzen nach dem Eingriff halten sich meist in Grenzen und sind deutlich geringer, wenn das Operationsgebiet vorher nicht entzündet war.
Übrigens … an dem Gerücht, dass Zahnärzte scharf darauf sind, viele Weisheitszähne zu entfernen, weil dies ein lukratives Geschäft ist, ist absolut nichts dran. Das Honorar für diesen kieferchirurgischen Eingriff ist keinesfalls ein Grund, sich darum zu reißen.
Donnerstag 12. November 2009 um 00:26
Ich bin 24 und habe noch alle Weisheitszähne. Mein Zahnarzt sagt immer die können drin bleiben, so lange sie keine Probleme machen, und sie haben auch noch nie Schmerzen oder andere Schwierigkeiten gemacht. Ausserdem bin ich der Meinung, dass die Weisheitszähne irgendeinen Sinn haben müssen, sonst hätte die Natur sie ja nicht vorgesehen.
Ich werde meine Weisheitszähne ganz bestimmt drin lassen, solange sie keine Probleme machen.
ich finde es nicht so gut, dass viele Zahnärzte so scharf darauf sind, die Weisheitszähne zu ziehen.
Donnerstag 12. November 2009 um 23:45
Ich habe das genau so gesehen wie Catania. Gegen die Empfehlung mehrerer Zahnärzte habe ich meine Weisheitszähne nicht entfernen lassen, und das ging auch über mehrere Jahre gut, bis mir der untere rechte dann einen kompletten Urlaub verdorben hat. Es fing mit leichten Schmerzen an, die dann schnell stärker wurden. Skilaufen konnte ich vergessen. Dann ist die Backe geschwollen und der Mund ging nicht mehr richtig auf. Als die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren, bin ich zum Zahnarzt gegangen, um mir den Zahn ziehen zu lassen. Daraus ist dann eine richtige Kieferoperation geworden, weil der Mund kaum aufging und der Zahnarzt so schlecht dran kam. Er hat nur den Kopf geschüttelt und meinte, der Zahn hätte schon viel früher raus gemusst, dann wäre alles viel einfacher gewesen. Nachdem der Zahn weg war, hatte ich immer noch ein paar Tage Schmerzen, aber die sind auch schnell verschwunden.
Mittlerweile bin ich die anderen 3 Weisheitszähne auch los, und ich bin heilfroh darüber. Ein versauter Urlaub reicht, und ich kann nur allen empfehlen, sich diese überflüssigen Dinger so schnell wie möglich ziehen zu lassen.
Mittwoch 18. November 2009 um 11:51
Ich weiß nicht, wo Catania die Information her hat, “dass viele Zahnärzte so scharf darauf sind, die Weisheitszähne zu ziehen.” … wahrscheinlich jedoch nicht von Zahnärzten.
Die chirurgische Weisheitszahnentfernung ist eigentlich immer ein Zuschussunternehmen, denn sie wird von den gesetzlichen Krankenkassen mit gerade mal 58,14 € honoriert. Bei Privatpatienten gibt es 10 € mehr.
Wenn man bedenkt, dass das nicht nur die reine zahnärztliche Arbeitszeit abdecken soll, sondern auch noch die Mitarbeit mindestens einer Assistenzkraft – meistens sind es zwei, wenn man auch noch die Materialien und die Vor- und Nachbereitung des Eingriffes berücksichtigt, so kann von einer angemessenen Vergütung nicht die Rede sein.
Hinzu kommen noch die laufenden Betriebskosten, die bei einer gut funktionierenden Praxis erheblich sind.
Beim besten Willen … “scharf” auf´s Weisheitszähne Ziehen kann eigentlich kein Zahnarzt sein.