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Wie sicher sind Implantate?

Funktionsfähige Zahnimplantate (Wikipedia) gibt es seit ca 1960.
Das erste Implantat zum Ersatz fehlender Zähne wurde in den sechziger Jahren bei einem Patienten eingesetzt, der es dann mehr als 3o Jahre lang bis zu seinem Tode trug. Die Implantat Technik gilt mittlerweile als ausgereift und hat sich millionenfach bewährt. Heute werden vorwiegend Titan Implantate verwendet.

Unter örtlicher Betäubung werden die Implantate an den vorher festgelegten Stellen im Kieferknochen fest verankert. Danach müssen die Implantate zwischen drei und sechs Monate lang mit dem Kieferknochen fest verwachsen. Während dieser Zeit können die Patienten einen provisorischen Zahnersatz tragen.

Frialit Implantate in verschiedenen Größen

Frialit® Implantate in verschiedenen Größen

Der chirurgische Teil einer Implantatbehandlung ist selten mit Komplikationen oder Schmerzen verbunden. Da grundsätzlich nur in kerngesunden, entzündungsfreien Knochen implantiert werden sollte, verläuft die Heilung meist völlig unproblematisch.

Schwieriger kann die Situation werden, wenn für eine sichere Implantation zu wenig Kieferknochen vorhanden ist.

Dies kann beispielsweise im Oberkiefer Seitenzahnbreich vorkommen, wenn die Knochenschicht wegen der ungünstigen Lage der Kieferhöhlen nicht die ausreichende Dicke für ein sicheres Implantatlager aufweist. In einem solchen Fall kann der Kieferhöhlenboden durch einen Sinuslift (Sinusbodenelevation) nach oben verlagert und so der Knochen aufgebaut werden.

Ist der Kieferkamm zu schmal für ein Implantat, kann man mit der sogenannten “Gesteuerten Geweberegeneartion (GTR Membrantechnik)” die nötige Breite erzeugen, während bei gößerem Knochenbedarf eher ein Knochentransplantat aus dem Beckenkamm in Frage kommt. Das letztgenannte Verfahren erfordert die Zusammenarbeit mit dem Chirurgen und sollte wegen des operativen Aufwandes in einer Klinik durchgeführt werden

Bei all diesen Verfahren, die der Vermehrung der Knochensubstanz dienen (Augmentation), verwendet man auch häufig Knochenersatzmaterial.

Informationen zu: SinusliftAugmentation (Knochenersatzmaterial)

Frialit Implantat (Schnitt)

Frialit® Implantat (Schnitt)

Hat ein Titanimplantat die Einheilzeit erst einmal problemlos überstanden, ist es sehr stabil, fest  mit dem Kieferknochen verbunden und kann normalerweise nicht kaputtgehen oder sich plötzlich ohne Grund lockern.

Nach dem Einheilen kann ein Misserfolg eigentlich nur noch durch massive Überbelastung oder schlechte Mundhygiene verursacht werden.

Dass es in der Implantologie trotzdem keinen 100-prozentigen Erfolg gibt, liegt im wesentlichen daran, dass Implantate manchmal nicht richtig einheilen, wobei die Risiken in Abhängigkeit von der Knochenqualität unterschiedlich sind. Die Vernachlässigung der Zahn- und Implantatpflege führt mit ziemlicher Sicherheit zum Verlust. Der Implantologe fordert deshalb die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt und die regelmäßige Zahn- und Implantatreinigung durch eine Zahnhygienikerin. Optimal wäre die Einbindung in ein individuelles Prophylaxeprogramm.

Für besonders interessierte Leser: Gernot Weibrich, Bilal Al-Nawas – Erfolgsaussichten implantologischer Maßnahmen (Uni Mainz)

Bilder mit freundlicher Genehmigung von DENTSPLY Friadent

8 Kommentare zu “Wie sicher sind Implantate?”

  1. Herbert M. schreibt:

    Hallo,
    bei mir wurde vor 3 Wochen ein vereiterter Zahn gezogen, und jetzt möchte ich mir die Lücke so schnell wie möglich mit einem Implantat schließen lassen. Wie lange muss man nach dem Ziehen warten, bis das Implantat gesetzt werden kann?

    Kann es passieren, dass ein Implantat noch nach dem Einheilen vom Körper abgestoßen wird?

  2. Dr. Christoph Jochum schreibt:

    Die erste Frage kann man nicht so allgemein beantworten, da die Knochenverhältnisse nach einer Zahnentfernung sehr unterschiedlich sein können.

    Grundsätzlich können die folgenden Verfahren angewendet werden:

    Die Sofortimplantation
    kann schon direkt nach dem Zahnverlust vorgenommen werden. Dieses Verfahren darf nur angewendet werden, wenn der gezogene Zahn nicht vereitert oder entzündet war. Diese Implantation ist mit einem hohen Verlustrisiko verbunden.

    Die Frühimplantation
    wird 5 bis 10 Wochen nach einer Zahnentfernung durchgeführt. Nach dieser Zeit ist die Wunde verschlossen, aber es hat sich noch kein neuer Knochen gebildet.

    Implantation drei bis vier Monate nach der Zahnentfernung
    Nach dieser Zeit hat die Knochenheilung begonnen, ist aber noch nicht abgeschlossen.

    Die Spätimplantation
    erfolgt nach 6 Monaten oder später im vollständig abgeheilten Knochen.

    Ich bevorzuge die Implantation nach drei bis vier Monaten oder die Spätimplantation, weil sie meiner Ansicht nach die größte Sicherheit bietet. Erst wenn anhand einer Röntgenaufnahme eine ausreichende Knochenqualität nachgewiesen werden kann, sind die Aussichten auf Erfolg wirklich gut. Hier hat sich Geduld bewährt.

    Zur zweiten Frage:
    Ja, ein eingeheiltes Implantat kann abgestoßen werden, doch dies ist äußerst selten.
    Meist sind Entzündungen, bedingt durch schlechte Mundhygiene, oder Fehl- bzw. Überbelastungen die Ursache.

  3. B. Lange schreibt:

    Bei mir wurde erst nach einem halben Jahr das Implantat eingesetzt. Der Zahnarzt hat mir erklärt, dass man so eine größtmögliche Sicherheit hat. Bis jetzt ist alles gut verlaufen und Schmerzen habe ich auch keine.

  4. Dr. Christoph Jochum schreibt:

    Ihr Zahnarzt hat ohne Zweifel recht!

  5. herzlich schreibt:

    Wie verträgt sich ein Implantat mit dem Kieferknochen bei Diabetes II ???

  6. Dr. Christoph Jochum schreibt:

    Früher galt Diabetes als Kontraindikation für Zahnimplantate.
    Neuere Forschungen haben jedoch gezeigt, dass auch bei Patienten mit Diabetes Typ II durchaus erfolgreich implantiert werden kann.
    Voraussetzung für den Erfolg ist eine sorgfältige Einstellung des Diabetes sowie eine antibiotische Abdeckung in der Zeit des Eingriffes.
    Weitere Informationen finden Sie hier

  7. herzlich schreibt:

    Herzlichen dank für die Auskunft und für den sehr interessanten Link, bisher hatte ich immer sehr widersrpüchliche Aussagen!
    Werde mir einen Implatologen suchen, in Österreich, da ich hier wohne.

  8. Dr. Christoph Jochum schreibt:

    Gern geschehen.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der geplanten Behandlung.
    mit freundlichen Grüßen
    Dr. Christoph Jochum

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